Gestern, 18:02 - Wörter:
Geräuschlos öffnete sie die Tür, und noch bevor Sophia selbst einen Schritt über die Schwelle setzte, schob Luna bereits ihre Nase durch den schmalen Spalt, als hätte sie längst entschieden, dass dies genau der Ort war, an den sie gehörten. Das „Patchwork“ hatte Sophia schon so lange besuchen wollen, ein leiser Gedanke, der sie immer wieder begleitet und doch nie stark genug gewesen war, sie wirklich hierher führen. Heute jedoch war es nicht ihr eigener Entschluss gewesen, sondern vielmehr Luna, die sie sanft, beinahe beharrlich in dieses Café zog, als spüre die Hündin etwas, das Sophia selbst kaum greifen konnte, ein Bedürfnis nach einem Moment, der nicht von Pflicht, Struktur und innerem Druck bestimmt war.
Das Café war gut besucht, erfüllt von Stimmen, die ineinander flossen, ohne sich wirklich zu berühren. Jeder schien in seiner eigenen kleinen Welt zu bleiben, und genau diese Vielzahl an Menschen ließ in Sophia normalerweise ein leises Unbehagen aufsteigen, ein Gefühl, das sich eng um ihre Brust legte. Doch Luna war an ihrer Seite, ruhig, präsent und ein stiller Anker. Mit ihr fühlte sich die Welt weniger überwältigend an, weniger laut. Die Hündin half ihr, ihre Angst zu regulieren, ließ sie nicht mehr dieses vertraute Gefühl von Verlorenheit spüren, das sich draußen so oft einschlich. Und doch gab es diesen anderen Teil ihres Lebens, den sie nicht mit Luna teilen konnte. Im Krankenhaus war kein Platz für sie, nicht wegen fehlender Nähe, sondern wegen Regeln, wegen Allergien, Hygiene und all den Dingen, die zwischen Mensch und Bedürfnis standen. Sophia hatte gelernt, damit zu leben, hatte sich Stück für Stück angepasst, auch wenn es sie anfangs mehr Kraft gekostet hatte, als sie sich eingestehen wollte.
Ihr Blick wanderte durch den Raum, glitt über Gesichter, über flüchtige Momente, bis er an einer Person hängen blieb. Etwas an ihm fühlte sich vertraut an, nicht greifbar, aber spürbar tief in ihr. Dieses gepflegte, doch nicht gekünstelte Erscheinungsbild, das natürliche Haar mit einer Spur von Wildheit, der dichte, dunkle Bart, der seinem Gesicht eine ruhige Präsenz verlieh. Ihr Herz reagierte schneller, als ihr Verstand folgen konnte. Könnte er es wirklich sein.
Unsicher blieb sie stehen, bis Luna sie sanft anstupste, als wollte sie sie daran erinnern, dass Zögern nichts veränderte. Also setzte Sophia sich in Bewegung, Schritt für Schritt, begleitet vom warmen Duft von Kaffee und der süßen Schwere von frischem Kuchen. Luna ging ruhig neben ihr, aufmerksam, als hätte sie den Mann längst erkannt. Damals war sie noch ein Welpe gewesen, als er zuletzt Teil von Sophias Welt gewesen war, damals bei ihrem Vater.
Die hölzerne Eckbank kam näher, die weichen Kissen darauf, die vertraute Ruhe, mit der er dort saß, leicht zurückgelehnt, die Augen geschlossen, als würde er sich dem Moment entziehen. Und doch lag in seiner Haltung etwas Wachsames, als würde er die Welt auch ohne Blick wahrnehmen. Als sich seine Augen öffneten und sich scheinbar direkt auf sie richteten, hielt Sophia unbewusst den Atem an. Es war dieses Gefühl, gesehen zu werden, wirklich gesehen, das sie immer mit ihm verbunden hatte.
Leise, fast vorsichtig, durchbrach ihre Stimme die Stille zwischen ihnen.
„Eirik … Eirik Draven, bist du es wirklich?“
Das Café war gut besucht, erfüllt von Stimmen, die ineinander flossen, ohne sich wirklich zu berühren. Jeder schien in seiner eigenen kleinen Welt zu bleiben, und genau diese Vielzahl an Menschen ließ in Sophia normalerweise ein leises Unbehagen aufsteigen, ein Gefühl, das sich eng um ihre Brust legte. Doch Luna war an ihrer Seite, ruhig, präsent und ein stiller Anker. Mit ihr fühlte sich die Welt weniger überwältigend an, weniger laut. Die Hündin half ihr, ihre Angst zu regulieren, ließ sie nicht mehr dieses vertraute Gefühl von Verlorenheit spüren, das sich draußen so oft einschlich. Und doch gab es diesen anderen Teil ihres Lebens, den sie nicht mit Luna teilen konnte. Im Krankenhaus war kein Platz für sie, nicht wegen fehlender Nähe, sondern wegen Regeln, wegen Allergien, Hygiene und all den Dingen, die zwischen Mensch und Bedürfnis standen. Sophia hatte gelernt, damit zu leben, hatte sich Stück für Stück angepasst, auch wenn es sie anfangs mehr Kraft gekostet hatte, als sie sich eingestehen wollte.
Ihr Blick wanderte durch den Raum, glitt über Gesichter, über flüchtige Momente, bis er an einer Person hängen blieb. Etwas an ihm fühlte sich vertraut an, nicht greifbar, aber spürbar tief in ihr. Dieses gepflegte, doch nicht gekünstelte Erscheinungsbild, das natürliche Haar mit einer Spur von Wildheit, der dichte, dunkle Bart, der seinem Gesicht eine ruhige Präsenz verlieh. Ihr Herz reagierte schneller, als ihr Verstand folgen konnte. Könnte er es wirklich sein.
Unsicher blieb sie stehen, bis Luna sie sanft anstupste, als wollte sie sie daran erinnern, dass Zögern nichts veränderte. Also setzte Sophia sich in Bewegung, Schritt für Schritt, begleitet vom warmen Duft von Kaffee und der süßen Schwere von frischem Kuchen. Luna ging ruhig neben ihr, aufmerksam, als hätte sie den Mann längst erkannt. Damals war sie noch ein Welpe gewesen, als er zuletzt Teil von Sophias Welt gewesen war, damals bei ihrem Vater.
Die hölzerne Eckbank kam näher, die weichen Kissen darauf, die vertraute Ruhe, mit der er dort saß, leicht zurückgelehnt, die Augen geschlossen, als würde er sich dem Moment entziehen. Und doch lag in seiner Haltung etwas Wachsames, als würde er die Welt auch ohne Blick wahrnehmen. Als sich seine Augen öffneten und sich scheinbar direkt auf sie richteten, hielt Sophia unbewusst den Atem an. Es war dieses Gefühl, gesehen zu werden, wirklich gesehen, das sie immer mit ihm verbunden hatte.
Leise, fast vorsichtig, durchbrach ihre Stimme die Stille zwischen ihnen.
„Eirik … Eirik Draven, bist du es wirklich?“

